Ich gebe mir immer viel Mühe für meine Projekte. Es handelt sich dabei um kreative Vorgänge, bei denen es auf die richtige Stimmung ankommt. Denn den 4 Wänden ihre geheime Botschaft zu entlocken, Betonenswertes zu erkennen und Ungünstiges zu verstecken, ist oftmals nicht nur harte (Kopf-)Arbeit, sondern auch künstlerisch.

Inszenierungen

Hauptsächlich im geschäftlichen Bereich fühle ich mich oftmals wie im Film. Ich versetze mich in die Position eines Regisseurs und überlege: Wo betritt der Endkunde das Objekt, was sieht er in welcher Reihenfolge, wo gibt es Aktion und wo Ruhe, welche Interaktionsmöglichkeiten gibt es?
In Privathaushalten ist es nur ein Wenig anders: Wo betritt man das Haus, hängt wo seinen Schlüssel und die Jacke hin, wo stehen die Schuhe? Wo kann man sitzen und wohin blicken? Welche Dinge benötigt man in Griffnähe, welche können weiter weg?
Besonders bei Küchenplanungen ist es hilfreich, Abläufe vor dem geistigen Auge durchzugehen. So kommt es, dass der Wasserkocher eben in der Nähe der Spüle steht, der Kaffee gleich darüber. Damit kommt man zwangsläufig zu Ergonomie.

Neben dieser Vorstellungskraft benötigt man natürlich eines: Phantasie. Und wie das mit den Ideen so ist, diese kommen meistens morgens um 4 im Bett. Da schlafe ich üblicherweise und deshalb dauern Planungen auch unterschiedlich lang. Manches geht schon innerhalb von 2 Tagen, manches in 2 Wochen. Manches dauert dann allerdings auch 2 Monate oder 2 Jahre. Aber eines kann ich immer versprechen: Ich mache alles mit viel Liebe zum Detail.
Einfach hinsetzen, nachdenken und aufmalen - so einfach funktioniert das nicht.

Und nein, ich bezeichne mich nicht als kreativ oder innovativ. Ich habe zwar keine vorgefertigten Formen im Kopf, aber ich weiss schon, was ich ausschließen kann. Denn eigentlich sagen mir der Raum und die Situation drumherum, was benötigt wird.
Allzuoft steht man dann da und ressümiert: Der Raum erfordert das so, es hätte gar nicht anders sein können.
Nur ganz so wie bei Alice im Wunderland ist es dann leider auch nicht. "Iss mich", "trink mich", "richte mich ein!".

Ich möchte noch erwähnen, dass ich Projekte ablehne, die krampfhaft am rechten Winkel festhalten. Modernes Design und gerade Linien sind schön und gut, aber doch bitte nicht um jeden Preis. Mitunter ist eine Schräge oder gebogene Form die deutlich bessere und wohlfühligere Alternative.

Und nicht zuletzt ist das der ganz besondere Müllostyle.

Ach, und eines noch: Ich stecke viel Energie, Zeit, Leidenschaft und Engagement in meine Projekte. Ich schaffe ganzheitliche Projekte, die am Ende vielleicht nicht ganz so dem ursprünglichen Kundenwunsch entsprechen. Aber sie sind durchdacht, in sich schlüssig und vollendet; dem Raum, der Situation und den Menschen darin angemessen. Daran rumzukürzen, wegzustreichen oder ohne Absprache Veränderungen vorzunehmen, ist, wie einem Maler die Pinsel abzusägen oder einem Klavierspieler die schwarzen Tasten herauszuschlagen. Das geht einfach nicht. Das mag als Sturheit verstanden werden, ist aber lediglich der Drang zur perfekten und vollständigen Lösung. Das bedeutet aber nicht, dass man über sich ändernde Kundenwünsche nicht sprechen kann.
Einiges muss ich als Designer jedoch auch durchsetzen, da sonst das ganze Konzept "fürn Arsch" ist.

Ich biete Lösungen, keine Möbel. Wer einfach nur einen Schuhschrank braucht, ist im Möbelhaus oft besser aufgehoben.

Absolute No-Gos für mich sind:

  • Freistehende Kühlschränke - die harmonieren in den seltensten Fällen mit dem Rest der Küche.
  • Palettenmöbel. Vor allem innen! Also wer sich das ausgedacht hat...

Wer doch noch etwas ganz Privates öffentlich sehen will:     Und wem das nicht reicht, der sollte mich auf ein kakaohaltiges Heißgetränk einladen.